AAK gg. ß-Rezeptoren

Inhalt

AAK gg. ß-Rezeptoren

Inhalt

Probennahme

Serum-Röhrchen

Indikation

  • Dilatative Kardiomyopathie (idiopathisch oder bei Chagas-Krankheit)
  • Myokarditis und ischämische Kardiomyopathie
  • Chronisches Fatigue-Syndrom/Myalgische Enzephalomyelitis (ME/CFS)
  • Posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom (POTS)
  • Differenzialdiagnostik kardialer Autoimmunerkrankungen
  • Verlaufskontrolle bei Immunadsorptionstherapie

Material: Serum

Stabilität: Bei 2-8°C 7 Tage, bei -20°C längerfristig stabil

Nüchternheit: Nicht erforderlich

Besonderheiten: Da es sich um funktionelle Antikörper handelt, die definierte Konformationen des aktivierten Rezeptors erkennen, ist die übliche Autoimmun-Diagnostik über Peptid-basierte Immunassays nicht anwendbar. Spezielle zellbasierte Testverfahren erforderlich.

Interpretation

Allgemeines

β-Adrenorezeptoren gehören zur Familie der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCR) mit drei Subtypen (β1, β2, β3). Bei Katecholamin-Stimulation erfolgt eine Signaltransduktion über die β-Adrenorezeptor-Adenylylcyclase-Proteinkinase-A-Kaskade mit zyklischem AMP als Second Messenger. Agonistische Autoantikörper gegen β1-Adrenorezeptoren (β1-AR-Ak) können zur reduzierten Ansprechbarkeit der Rezeptoren führen. Im Tierexperiment konnte gezeigt werden, dass β1-AR-Ak eine Apoptose von Kardiomyozyten induzieren können.

Beurteilung

Erhöht bei:
  • Dilatativer Kardiomyopathie (bei 70-80% der Patienten nachweisbar)
  • Chagas-Kardiomyopathie (bei ca. 30% der Patienten durch molekulares Mimikry)
  • Myokarditis und ischämischer Kardiomyopathie
  • ME/CFS (bei 20-30% der Patienten gegen β2-Rezeptoren)
Klinische Bedeutung:
  • Möglicherweise pathognomonisch für bestimmte Kardiomyopathie-Formen
  • Potenzial zur Identifikation von Patienten, die von β1-Antagonisten oder Immunadsorption profitieren könnten

Hinweis: Referenzbereiche sind laborabhängig und methodenspezifisch

Grenzen

  • Evidenz-basierte Daten in humanen Studien stehen noch aus
  • Spezielle zellbasierte Testverfahren erforderlich, da Peptid-basierte ELISAs nicht geeignet sind
  • Methodische Standardisierung noch nicht vollständig etabliert
  • Cross-Reaktivitäten mit anderen GPCR-Autoantikörpern möglich
  • Klinische Relevanz bei asymptomatischen Trägern unklar

Literatur

Jahns R, Boivin V, Hein L et al (2004) Direct evidence for a β1-adrenergic receptor-directed autoimmune attack as a cause of idiopathic dilated cardiomyopathy.

Bornholz B, Benninghaus T, Reinke Y et al (2016) A standardised FACS assay based on native, receptor transfected cells for the clinical diagnosis and monitoring of beta1-adrenergic receptor autoantibodies in human heart disease. Clin Chem Lab Med 54:683-691.

Wallukat G, Nissen E, Morwinski R et al (2000) Autoantibodies against the Beta- and Muscarinic Receptors in Cardiomyopathy. Herz 25:261-266.

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