Alpha-2-Makroglobulin im Harn

Inhalt

Alpha-2-Makroglobulin im Harn

Inhalt

Probennahme

Harn

Indikation

  • Differenzierung zwischen glomerulärer und postrenaler Hämaturie
  • Differenzierung und Verlaufskontrolle von Nephropathien
  • Diagnostik postrenaler, blutungsverursachter Proteinurie (z.B. durch Steine, Infektionen, Verletzungen, Tumoren)
  • Differentialdiagnose des nephrotischen Syndroms
  • Verdacht auf postrenale Blutung oder Entzündung (z.B. Steinleiden, Infektionen, maligne Tumore)


Material: Spontanurin oder 24-Stunden-Sammelurin

Normalwerte: A2M im Urin gesunder Personen liegt unterhalb der Messgrenze (ca. 2,7 mg/l)

Stabilität: Urin bei 2-8°C stabil für 24 Stunden

Wichtig: Unterscheidung nur bei Albuminanteil ab 100 mg/l Urin möglich

Bei positivem A2M-Nachweis wird automatisch Albumin mitbestimmt für Quotientenberechnung

Interpretation

Allgemeines

Alpha-2-Makroglobulin (A2M) ist ein Akute-Phase-Protein mit einer molekularen Masse von etwa 720 kDa. Es wird in Hepatozyten, Fibroblasten und Makrophagen synthetisiert. A2M inaktiviert eine große Anzahl verschiedener Proteasen, u.a. Serinproteasen, Cysteinproteasen, Aspartatproteasen und Metalloproteinasen. Als Molekül mit einer Molmasse über 750 kDa wird es nur in Spuren durch renale Mechanismen in den Urin ausgeschieden und kann daher als Marker für renale Blutungen dienen.

Beurteilung

Erhöht bei:

  • Postrenalen Erkrankungen: Steine, Infektionen, Verletzungen, Tumoren
  • Postrenaler Hämaturie bei nephrotischem Syndrom
  • Harnwegsinfektionen mit Blutbeimengung
  • Maligne Tumore des Urogenitaltrakts

Diagnostische Bewertung:

Zur Beurteilung wird der α2-Makroglobulin/Albumin-Quotient gebildet. Ein Quotient unter 0,02 spricht für eine renale (glomeruläre) Hämaturie, während Werte ≥ 0,02 für eine postrenale Hämaturie sprechen.

Hinweis: Referenzbereiche sind laborabhängig und methodenspezifisch zu interpretieren.

Grenzen

  • Differenzierung nur bei Albuminkonzentration ≥ 100 mg/l Urin möglich
  • Mögliche Interferenzen durch Hämolyse, Lipämie oder hohe Proteinkonzentrationen
  • Cross-Reaktivitäten mit anderen hochmolekularen Proteinen möglich
  • Methodische Limitation der Immunturbidimetrie bei sehr niedrigen Konzentrationen
  • Falsch-positive Ergebnisse bei massiver Hämaturie oder Pyurie


Literatur

Thomas L. Labor und Diagnose, 8. Auflage, TH-Books Verlagsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main 2012

AWMF S2k-Leitlinie: Rationelle Labordiagnostik zur Abklärung von Nierenschädigungen und Nierenerkrankungen, Register Nr. 115-001, 2021

Delanghe J. New screening diagnostic techniques in urinalysis. Acta Clin Belg. 2007;62(3):155-61

analysen.mzla.de
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