Amphetamine-Screening im Urin

Amphetamine-Screening im Urin

Themenübersicht

Allgemeines

  • Das Amphetamine-Screening ist ein diagnostischer In-vitro-Test zum qualitativen und semiquantitativen Nachweis von Amphetaminen und Methamphetaminen in Humanurin.
  • Das Amphetamine-Screening liefert nur ein vorläufiges Analysenergebnis. Zur Bestätigung des Analysenergebnisses muss eine spezifischere Methode herangezogen werden, wobei die GC‑MS die bevorzugte Methode ist.
  • Die Amphetamine sind als die sympathomimetischen Amine bekannt, dasie die stimulierende Wirkung des Sympathikus imitieren. Diese kleinen, auf ß‑Phenylethylamin basierenden Moleküle weisen eine ähnliche Struktur wie die körpereigenen Katecholamine auf. Eine Vielzahl Amphetamine wurde durch Substitutionen an verschiedenen Stellen ihrer Struktur hergestellt.
  • Die Amphetamine haben eine stark anregende Wirkung auf das zentrale Nervensystem. So steigern sie Wachsamkeit sowie körperliche Akitvität und hemmen den Appetit. Es gibt einige eingeschränkte Indikationen, bei denen die Verwendung von Amphetaminen zugelassen ist, wie z.B. bei ADHS, Narkolepsie und Adipositas. Da die Amphetamine als ZNS-Stimulanzien ein Gefühl von Selbstbewusstsein, Wohlbefinden und Euphorie vermitteln, sind sie durch ein hohes Suchtpotential und häufigen Missbrauch gekennzeichnet und fallen dementsprechend unter das Betäubungsmittelgesetz. Der Missbrauch kann verheerende medizinische, psychologische und soziale Folgen haben. Zu den gesundheitsschädigenden Wirkungen gehören Gedächtnisverlust, Aggression, psychotisches Verhalten, Schädigungen des Herzens, Mangelernährung und schwere Zahnschäden. Tolerante Drogenabhängigekönnen sich Amphetamin selbst oral oder intravenös in Mengen bis zu 2000 mg täglich verabreichen. Es handelt sich dabei um einen Metaboliten von einer Vielzahl anderer Drogen, u.a. Methamphetamin.
  • Normalerweisewerden ca. 30 % innerhalb von 24 Stunden unverändert über den Urinausgeschieden, in saurem Urin kann die Ausscheidungsrate allerdingssogar bis auf 74 % steigen, in alkalischem Urin auf 1 % fallen.

Indikation

  • Diagnostischer In-vitro-Test zum semiquantitativen Nachweis von Amphetaminen.

Material

Spontan-/Mittelstrahlurin

  • 1 ml Urin
  • Urinproben in sauberen Glas- oder Kunststoffbehältern sammeln.
  • Frische Urinproben erfordern keine spezielle Handhabung oder Vorbehandlung, aber es sollte darauf geachtet werden, dass die pipettierten Proben frei von festen Bestandteilen sind.
  • Der Proben-pH-Wert sollte im normalen physiologischen Bereich von 5‑8 liegen.
  • Es sind keine Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel erforderlich.
  • Es wird empfohlen, die Urinproben bei 2‑8 °C zu lagern und innerhalb von 5 Tagen nach der Entnahme die Bestimmung durchzuführen.

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg

Referenzbereich

negativ

Cut-off: 50 ng/ml

Beurteilung der Ergebnisse

  • Zur Bestätigung des Analysenergebnisses muss eine spezifischere Methode herangezogen werden, wobei die GC‑MS die bevorzugte Methode ist.

Grenzen des Verfahrens

  • Die Kreuzreaktivität für z. B. Pseudoephedrin (Bestandteil von „Nasenspray“) betrug in einer Untersuchung 0.38 % (Weitere Informationen auf Anfrage.)

Weiterführende Untersuchungen

Methode

KIMS

Methodenbeschreibung

Der Test beruht auf der kinetischen Wechselwirkung von Mikropartikeln in einer Lösung (KIMS, kinetic interaction of microparticles in a solution) gemessen anhand der Veränderung der Lichtdurchlässigkeit. Bei einer analytfreien Probe binden lösliche Analytekonjugate an Antikörper gebundene Mikropartikel und es bilden sich Partikelaggregate. Enthält die Probe keinen Analyten, so führt die fortschreitende Aggregation zu einer Extinktionszunahme. Enthält die Probe den nachzuweisenden Analyten, so konkurriert dieser mit dem Analytderivatkonjugat um die an Mikropartikel gebundenen Antikörper. Der an den in der Probe enthaltenen Analyten gebundene Antikörper steht nicht mehr für die Partikelaggregation zur Verfügung. Dadurch wird die nachfolgende Partikelgitterbildung gehemmt. Bei einer analythaltigen Probe wird die Extinktionszunahme proportional zur Analytkonzentration in der Probe vermindert. Die Analytkonzentration der Probe wird bezogen auf den Messwert für eine bekannte Cutoff-Konzentration des Analyten ermittelt.

Literatur

  • Herstellerangaben
  • Thomas, Labor & Diagnose
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Material
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