Anti-HBs-Antikörper quantitativ

Anti-HBs-Antikörper quantitativ

Themenübersicht

Allgemeines

  • Immunologischer In-vitro-Test zur quantitativen Bestimmung von humanen Antikörpern gegen Hepatitis‑B-Oberflächenantigen (HBsAg) in Humanserum und ‑plasma
  • Übertragung des Hepatitis-B-Virus durch infiziertes Blut und Körperflüssigkeiten wie Speichel, Menstruations-, Vaginal- oder Samenflüssigkeit
  • Die meisten erwachsenen Patienten erholen sich vollständig von einer HBV-Infektion, in bis zu 10 % dieser Fälle werden Patienten jedoch zu asymptomatischen Trägern oder entwickeln eine chronische Hepatitis B
  • Im Rahmen der Serokonversion erscheinen Anti‑HBs mit dem Absinken des HBs-Antigen und zirkulieren meist mehrere Wochen im Blut
  • Anti‑HBs deuten auf eine abgeschlossene (bzw. abklingende) HBV-Infektion oder den Z.n. Impfung hin
  • Die Antikörper werden gegen die Determinante a des HBsAg, die allen Subtypen gemeinsam ist, sowie gegen Subtypen-spezifische Determinanten gebildet
  • Weiterhin werden Anti‑HBs-Tests zur Verlaufskontrolle nach einer akuten Hepatitis‑B-Infektion eingesetzt

Indikation

  • Hepatitis-B-Serologie bei V.a. HBV-Infektion und -Verlaufskontrolle
  • Überprüfung der Notwendigkeit einer Impfung und deren Erfolgskontrolle

Material

Serum-Gel-Röhrchen

  • 1 ml Serum
  • alternativ können EDTA-Röhrchen verwendet werden
  • Bei mit Lithium-Heparin, Lithium-Heparin mit Gel oder Natrium-Heparin behandeltem Plasma wurden, verglichen mit Serum, durchschnittlich 20 % niedrigere Werte gefunden.
  • Bei mit Natrium‑Citrat behandeltem Plasma wurden, verglichen mit Serum, durchschnittlich 30 % niedrigere Werte gefunden
Stabilität
15-25 °C
3 Tage
2-8 °C
6 Tage
-20 °C
3 Monate

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
jederzeit
an anderen Tagen
jederzeit

Referenzbereich

  • negativ (< 10 IE/l)
  • nach Impfung > 100 IE/l

Beurteilung der Ergebnisse

Meldepflicht:

Bei positivem Nachweis erfolgt eine namentliche Meldung an das Gesundheitsamt, sofern der direkte oder indirekte Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.

Alle Nachweise einer Hepatitis-B-Virus-Erkrankung sind meldepflichtig.

Beurteilung
HBs-Antigen
HBs-Antikörper
HBc-Antikörper
keine Infektion
Z.n. Impfung
+
zurückliegende Infektion
+
+
Beginnende Infektion
+
Aktive Infektion (akut vs chronisch)
+
+
  •  bei positivem HBs-Antigen sind weitere Untersuchungen zur Einschätzung des Krankheitsstadiums und der Infektiosität notwendig
      • HBV-DNA
      • HBe-Antigen:
      • HBe-Antikörper
  • Bei positiven Nachweis von HBs-Antigen, HBe-Antigen oder HBV-DNA muss von einer potenziellen Infektiosität ausgegangen werden
  • Bei nachgewiesener aktueller HBV-Infektion sollten Koinfektionen wie Hepatitis D, HIV oder Lues ausgeschlossen werden
  • Erfolgt innerhalb von 6 Monaten keine Serokonversion mit abfallendem HBs-Antigen und steigenden HBs-Antikörpern, muss von einer Chronifizierung ausgegangen werden:
Beurteilung
HBs-Antigen (mind. 6 Monate)
HBe-Antikörper
HBe-Antigen
Hepatische Schädigung
Niedrig-virämische Trägerschaft
+
+
Hoch-virämische Trägerschaft
+
+
Chronische Infektion
+
+
+

Methode

Methodenbeschreibung
Methode
Sandwich-ECLIA
Gerät
Cobas

SOP

SOP
Dokument
SA-KL-HEPS
Version
K
Freigabedatum
30.01.20

Literatur

  • Seeger C, Zoulim F, Mason WS. Hepadnaviruses. In: Field’s Virology, Knipe DM, Howley RM (eds), 2007 5th edition, Lippincott Williams and Wilkins, Philadelphia, USA. Chapter 76, pp2977-3029
  • WHO. Hepatitis B vaccines. Wkly Epidemiol Rec 2009;84:405-420
  • Liaw YF, Chu CM. Hepatitis B virus infection. Lancet 2009;373:582-592
  • Caspari G, Gerlich WH. The serologic markers of hepatitis B virus infection – proper selection and standardized interpretation. Clin Lab 2007;53:335-343.
  • Kramvis A, Kew M, François G. Hepatitis B virus genotypes. Vaccine 2005;23:2409-2423.
  • Michel ML, Tiollais P. Hepatitis B vaccines: protective efficacy and therapeutic potential. Pathol Biol 2010;58:288-295
  • Elgouhari HM, Abu-Rajab Tamimi TI, Carey WD. Hepatitis B virus infection: understanding its epidemiology, course, and diagnosis. Cleve Clin J Med 2008;75:881-889.
Übersicht
Allgemeines
Indikation
Material
Literatur