AFP im Serum

AFP im Serum

Themenübersicht

Allgemeines

  • Das Alpha-Fetoprotein übernimmt während der Fetalzeit die Albuminfunktion und wird postpartal durch dieses ersetzt.
  • Die Bildung erfolgt in Dottersack und fetaler Leber
  • AFP im Serum dient als Tumormarker zur Verlaufskontrolle bei hepatozellulären Karzinomen (HCC), Keimzelltumoren (mit Ausnahme von Seminomen), Hepatoblastomen und endokrinen Tumoren gastrointestinalen Ursprungs
  • AFP wird auch zur Primärdiagnostik nichtseminomatöser Keimzelltumoren des Hodens verwendet
  • Weiterhin wichtiger Bestandteil zur Beurteilung des Trisomie 21-Risikos im zweiten Schwangerschaftstrimester im Rahmen des Triple-Tests

Indikation

  • V.a. nicht-seminomatösen Keimzellzumor des Hodens
  • Verlaufskontrolle bei Leberzirrhose, HCC
  • Bestandteil des Triple-Test zur Ermittlung des Risikos für Trisomie 21 im zweiten Schwangerschaftstrimester

Material

Serum-Gel-Röhrchen

  • 1 ml Serum
  • alternativ können EDTA- oder Lithium-Heparin-Röhrchen verwendet werden
Stabilität
20-25 °C
5 Tage
2-8 °C
14 Tage
-20 °C
12 Monate

Durchführung

Durchführungsort/-orte:

MZLA - Standort Altenburg
Durchführungsfrequenz
werktags
täglich
an anderen Tagen
nein

Referenzbereich

  • < 5,8 IU/ml

Beurteilung der Ergebnisse

HCC:

  • die Höhe der AFP-Messwerte korreliert bei hepatozellulären Karzinomen mit der Tumorgröße
  • ein Anstieg des AFP nach Leberresektion bei HCC spricht für ein Rezidiv
  • unspezifischer Anstieg auch bei alkoholbedingter Leberzirrhose und Virushepatitiden

Keimzelltumoren:

  • bei Verdacht auf einen Keimzelltumor sollte auch eine HCG-Messung erfolgen

Schwangerschaft:

  • ein AFP-Anstieg während der Schwangerschaft im Serum der Mutter kann auf eine Spina bifida oder Anenzephalie des Feten hindeuten
  • verminderte AFP-Werte im zweiten Trimenon der Schwangerschaft können in Kombination mit einem erhöhten Beta-HCG-Wert Hinweis für eine Trisomie 21 sein

Grenzen des Verfahrens

  • Der Wert einer Patientenprobe kann in Abhängigkeit vom verwendeten Testverfahren unterschiedlich hoch gemessen werden. Werte, die mit unterschiedlichen Testverfahren ermittelt wurden, können nicht miteinander verglichen werden und Ursache für medizinische Fehlinterpretationen sein.

Literatur

  • Terentiev AA., Moldogazieva NT. Alpha-fetoprotein: a renaissance. Tumor Biology 2013;34:2075-2091
  • Taketa K. Alpha-Fetoprotein in the 1990s. In: Sell SS. Serological cancer markers. Humana Press 1992;31-46, ISBN: 0-89603-209-4
  • Wald NJ, Kennard A, Densem JW, et al. Antenatal maternal serum screening for Down’s syndrome: results of a demonstration project. BMJ 1992;305:391-394
  • Klepp O. Serum tumor markers in testicular and extragonadal germ cell malignancies. Scand J Clin Lab Invest Suppl 1991;206:28-41.
  • Toro A, Ardiri A, Mannino M, et al. Effect of pre- and post-treatment alpha-fetoprotein levels and tumor size on survival of patients with hepatocellular carcinoma treated by resection, transarterial chemoembolization or radiofrequency ablation: a retrospective study. BMC surgery 2014;14:40
  • Stuart KE, Anand AJ, Jenkins RL. Hepatocellular Carcinoma in the United States. Prognostic features, treatment outcome, and survival. Cancer 1996;77,11:2217-2222
  • Cuckle HS, Wald NJ, Thompson SG. Estimating a woman’s risk of having a pregnancy associated with Down’s syndrome using her age and serum alpha-fetoprotein level. Br J Obstet Gynaecol 1987;94:387-402.
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