Clostridioides difficile

Clostridioides difficile

Allgemeines

C. difficile ist ein grampositives, anaerobes, sporenbildendes Bakterium, welches als häufigster Erreger von antibiotika-assoziierten und nosokomialen Durchfallerkrankungen gilt. Bei Vorliegen von Risikofaktoren kann eine C. difficile-Infektion auch bei ambulanten Patienten auftreten.

Die C. difficile-Infektion ist eine toxinvermittelte Erkrankung. Durch die Virulenzfaktoren Enterotoxin A und Cytotoxin B kommt es zur zytotoxischen Schädigung der Intestinalzellen und damit zur Kolitis und Diarrhoe. Die Kolonisation mit toxigenem C. difficile allein ist jedoch nicht beweisend für eine symptomatische Erkrankung. Bis zu 80% aller Säuglinge < 1 Jahr sind mit C. difficile asymptomatisch kolonisiert. Beim Erwachsenen ist der Erreger vergleichsweise selten (< 5%) zu finden. Die mikrobiologische Diagnostik ist daher nur bei symptomatischen Patienten und bei Vorliegen von Risikofaktoren (vorausgegangene Antibiotikatherapie, nosokomiale Diarrhoe mit Beginn > 72 h nach stationärer Aufnahme, Alter > 65 Jahre, schwerer Grunderkrankung, chronisch-entzüdliche Darmerkrankung, Tumoren oder Immunsuppression) sinnvoll.

Der frühzeitige und sensitive Nachweis einer Infektion ist wichtig, um zeitnah eine spezifische Therapie einleiten zu können.

 

Indikation

  • Erreger der pseudomembranösen Colitis bzw. Antibiotika – assoziierten Colitis
  • bei Durchfallerkrankungen, die mit einer Antibiotikatherapie assoziiert werden können
  • Abklärung einer Infektion mit Toxin A bzw. B -bildenden Clostridium difficile

Material und Lagerung

Stuhl (erbsengroße Menge)

  • Stuhlproben sollten frisch verwendet werden max. 72 h
  • gekühlter Transport/ Lagerung bei 2 – 8 °C
  • Langzeitlagerung von unverdünnten Proben bei -70 °C

Ausschlusskriterien
Stuhlproben oder Rektalabstriche in Transportbehältern die Transportmedien, Konservierungsstoffe, tierische Seren, Metall-Ionen, oxidierende Agenzien oder Detergenzien enthalten, sollten nicht verwendet werden.

Untersuchungsauftrag

  • Clostridium difficile (CLOS, EIA)
  • Toxin B-Gen (tcdB) von C. difficile (CLPCR, PCR)

Für das Screening auf C. difficile werden in der Regel Enzymimmunoassays (EIA) zum Nachweis der Toxine A und B sowie dem in allen C. difficile-Stämmen vorkommenden Enzym Glutamatdehydrogenase (GDH) benutzt. Aufgrund der geringen Testempfindlichkeit, insbesondere für die Toxin-EIAs, werden positive Ergebnisse jedoch möglicherweise nicht immer erfasst. Ein molekularbiologischer Nachweis des tcdB-Gens ist daher vor allem zur Verifizierung bei positivem GDH aber negativen Toxin-EIA indiziert.

Es erfolgt daher eine Stufendiagnostik:

  • Nachweis von Glutamatdehydrogenase (GDH) und direkter Nachweis der Toxine A/B im Stuhl mittels Enzymimmunoassay (EIA)
  • bei unklaren Fällen ggf. zusätzlicher Nachweis des Toxin-Gens mittels PCR

Testhäufigkeit / Analysedauer

Testhäufigkeit
  • Enzymimmunoassay: täglich
  • PCR: werktäglich (Mo – Fr)

Analysedauer

  • 24 h

Referenzbereich

negativ

Methode

Stufendiagnostik

Stufe 1

  • C. difficile Glutamatdehydrogenase (GDH, EIA) und Toxin A und B (EIA)

Stufe 2, wenn GDH positiv und Toxin A/B negativ

  • C. difficile Toxin B-Gen (PCR)

Grenzen des Verfahrens

Ein positives Ergebnis schließt die Anwesenheit anderer infektiöser Erreger nicht aus.

Ein negatives Ergebnis schließt eine mögliche Infektion mit C. difficile nicht aus. Bei weiter bestehendem Verdacht sollte die Kontrolle mit einer frischen Stuhlprobe erfolgen.

Ein positives Ergebnis der PCR beweist die Anwesenheit des tcdB-Gens von C. difficile. Eine toxigene C. difficile – Infektion ist möglich. Der Befund sollte jedoch unter Berücksichtig der Symptomatik des Patienten interpretiert werden.

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