Spez. IgE Gurke
Inhalt
Spez. IgE Gurke
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Anamnestischer Verdacht auf allergische Reaktionen nach Gurkenverzehr
- Abklärung des oralen Allergiesyndroms bei Ragweed-Pollenallergie
- Differenzierung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten anderer Genese
- Kreuzallergien-Diagnostik bei bekannter Melonen- oder Kürbisallergie
- Ergänzung zur Hauttestung bei Hautveränderungen oder Medikamenteninterferenzen
- Verlaufskontrolle bei bekannter Gurkenallergie
- Abklärung systemischer Reaktionen unklarer Ätiologie bei entsprechender Anamnese
- Material: Serum (Serumgel bevorzugt, alternativ Serum ohne Zusätze)
- Probenmenge: 0,5 ml für bis zu 5 Allergentestungen
- Nüchternheit: Nicht erforderlich
- Stabilität: Serum bei 2-8°C bis 7 Tage, bei -20°C mehrere Monate
- Störfaktoren: Hohe Gesamt-IgE-Werte können zu unspezifischen Reaktionen führen
- Transport: Gekühlt, in Kunststoffgefäß
- Präanalytische Zentrifugation und Aliquotierung erforderlich
Interpretation
Allgemeines
Spezifisches IgE gegen Gurke (Cucumis sativus) wird mittels CAP-FEIA-Technologie zur Diagnose einer IgE-vermittelten Typ-I-Überempfindlichkeitsreaktion bestimmt. Gurken gehören zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae), zu der auch Melonen und Kürbisse zählen, wobei Kreuzreaktivitäten innerhalb der Pflanzenfamilie auftreten können. Primäre Gurkenallergien sind selten, häufiger sind sekundäre Reaktionen im Rahmen von Kreuzallergien bei Ragweed-Pollenallergie oder durch allergene Komponenten, die Gurken mit der Ambrosie teilen. Die CAP-Technologie ermöglicht den quantitativen Nachweis spezifischer IgE-Antikörper mit einer Nachweisgrenze von 0,1 kUA/l.
Beurteilung
Erhöht:
- IgE-vermittelte Gurkenallergie (primär oder sekundär)
- Kreuzreaktion bei Ragweed-Pollenallergie
- Kreuzreaktion bei anderen Kürbisgewächs-Allergien (Melone, Kürbis, Zucchini)
- Sensibilisierung ohne klinische Relevanz möglich
Erniedrigt:
- Klinisch nicht relevant (Normalwerte schließen IgE-vermittelte Allergie weitgehend aus)
- Sehr niedrige Werte können bei nicht-IgE-vermittelten Reaktionen vorliegen
Grenzen
- Sensibilisierung ohne klinische Symptomatik möglich (bis zu 20% der Population zeigen Sensibilisierungen)
- Negative Ergebnisse schließen nicht-IgE-vermittelte Reaktionen nicht aus
- Kreuzreaktivität erschwert die Identifizierung des primären Allergens
- Hitzelabile Allergene können zu diskrepanten Ergebnissen zwischen Rohkost- und verarbeiteten Produkten führen
- Quantitative Werte korrelieren nicht immer mit der Schwere klinischer Symptome
- Bei sehr hohen Gesamt-IgE-Werten mögliche unspezifische Bindung
Methode
CAP
Einheit
kU/l
Referenzbereiche
Geschlecht | Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen | |
|---|---|---|
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden. | ||
Allgemein | (Rastklasse) | |
Weiblich | ||
Männlich | ||
- Stand: 2026-06-13