Allergieprofil Asthma/Rhinitis
Inhalt
Allergieprofil Asthma/Rhinitis
Inhalt
Probennahme
Indikation
- Erstdiagnostik bei V.a. allergisches Asthma oder allergische Rhinitis
- Differenzialdiagnostik zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma
- Screening vor spezifischer Immuntherapie (SIT)
- Abklärung ganzjähriger respiratorischer Beschwerden unklarer Genese
- Diagnostik bei Patienten mit saisonaler Symptomatik außerhalb der Pollensaison
- Verlaufskontrolle bei bekannter Polysensibilisierung
- Präanalytische Abklärung vor Umgebungskarenz
- Risikostratifizierung bei beruflicher Allergenexposition
- Material: Serum
- Nüchternheit: Nicht erforderlich
- Stabilität: Serum 7 Tage bei 4°C, 6 Monate bei -20°C
- Störfaktoren: Sehr hohe Gesamt-IgE-Werte können falsch-positive Ergebnisse verursachen
- Antihistaminika beeinflussen IgE-Bestimmung nicht
- Optimaler Zeitpunkt: Unabhängig von der Pollensaison möglich
Interpretation
Allgemeines
Das Allergieprofil Asthma/Rhinitis kombiniert acht spezifische IgE-Parameter zur gezielten Diagnose von Inhalationsallergien bei respiratorischen Beschwerden. Die Auswahl umfasst Hausstaubmilbe, Katzenschuppen, Hundeschuppen, Schimmelpilze, Lieschgras, Birke, Ambrosie, Beifuß und deckt damit die häufigsten Auslöser allergischer Rhinitis und allergischen Asthmas systematisch ab. Diese Kombination berücksichtigt sowohl perenniale Allergene (Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze) mit ganzjähriger Exposition als auch saisonale Allergene (Pollen) mit charakteristischen Blühzeiten.
Die diagnostische Rationale basiert auf der hohen Prävalenz dieser Allergene als Trigger respiratorischer Symptome. Durch die kombinierte Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper wird eine strukturierte Differenzialdiagnose zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma bzw. Rhinitis ermöglicht und die Grundlage für eine gezielte therapeutische Strategie (Allergenvermeidung, spezifische Immuntherapie) geschaffen.
Beurteilung
Typische Muster:
- Perenniale Allergie: Hausstaubmilbe, Katze, Hund und/oder Schimmelpilze erhöht bei ganzjährigen Beschwerden
- Frühjahrsallergie: Birke (März-April) erhöht bei Frühjahrssymptomatik
- Sommerallergie: Lieschgras (Mai-Juli) erhöht bei Sommerbeschwerden
- Herbstallergie: Ambrosie und Beifuß (August-September) erhöht bei Spätsommersymptomen
- Polysensibilisierung: Multiple Allergene positiv – weitere molekulare Diagnostik erwägen
- Kombinierte Allergie: Perenniale + saisonale Allergene erhöht bei ganzjährigen Beschwerden mit saisonalen Verschlechterungen
- Negative Ergebnisse: Nicht-allergisches Asthma/Rhinitis wahrscheinlich
Grenzen
- Nachweis spezifischer IgE-Antikörper belegt lediglich eine Sensibilisierung, nicht zwangsläufig eine klinisch manifeste Allergie
- Provokationstests ggf. zur Bestätigung der klinischen Relevanz erforderlich
- Höhe des spezifischen IgE-Spiegels korreliert nur bedingt mit Symptomintesität, Exazerbationsrisiko, Asthmakontrolle
- Kreuzreaktivitäten zwischen Baum- und Gräserpollen nicht differenzierbar
- Regionale Allergenunterschiede (z.B. lokale Schimmelpilzarten) nicht erfasst
- Niedrige IgE-Werte (CAP-Klasse 1-2) können klinisch relevant sein
- IgE kann persistieren
Literatur
- S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma 2024, AWMF-Register Nr. nvl-002
- S2k-Leitlinie Allergen-Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen, DGAKI 2024
- Bousquet J et al. Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma (ARIA): Achievements in 10 years and future needs
- Renz H et al. In-vitro-Allergiediagnostik. Allergo J 2010;19:110-128
- Kleine-Tebbe J, Jakob T. Molekulare Allergiediagnostik mit IgE-Einzelbestimmungen. Allergo J 2015;24:33-47
- Stand: 2026-02-25