Thyreoglobulin

Inhalt

Thyreoglobulin

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Probennahme

Indikation

  • Nachsorge differenzierter Schilddrüsenkarzinome nach totaler Thyreoidektomie und Radiojodablation
  • Verlaufskontrolle bei Verdacht auf Tumorrezidiv oder Metastasierung
  • Differenzialdiagnostik der kongenitalen Hypothyreose (Athyreose, Ektopie, Hypoplasie)
  • Abklärung der destruierenden Thyreoiditis (z.B. Thyreoiditis de Quervain)
  • Differenzialdiagnostik der Thyreotoxicosis factitia
  • Therapie- und Verlaufskontrolle bei M. Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis


  • Material: Serum
  • Nüchternheit: nicht erforderlich
  • Stabilität: bei Raumtemperatur 8 Stunden, bei 2-8°C 7 Tage, bei -20°C 6 Monate
  • Besondere Hinweise: Therapeutisch verabreichtes Biotin (ab 5 ng/ml) kann zu falsch erniedrigten Ergebnissen führen. Parallele Bestimmung von Thyreoglobulin-Antikörpern obligat. TSH-Stimulation (rhTSH oder endogen) kann erforderlich sein für optimale Nachsorge

Interpretation

Allgemeines

Thyreoglobulin ist ein großes Glykoprotein (ca. 660 kD), das ausschließlich von follikulären Schilddrüsenzellen synthetisiert wird und als Vorläuferprotein der Schilddrüsenhormone T3 und T4 dient. Es wird ausschließlich von funktionierendem Schilddrüsengewebe gebildet, d.h. von normalen Thyreozyten oder gut differenzierten Zellen eines Schilddrüsenkarzinoms. In der klinischen Labordiagnostik wird Thyreoglobulin vor allem als Tumormarker in der Nachsorge differenzierter Schilddrüsenkarzinome (papillär/follikulär) eingesetzt. Nach erfolgreicher Schilddrüsenablation sollte es nicht mehr nachweisbar sein.

Beurteilung

Erhöht bei:

  • Differenzierten Schilddrüsenkarzinomen (Rezidiv, Metastasen)
  • Benignen Schilddrüsenerkrankungen (M. Basedow, Hashimoto, euthyreoter Struma)
  • Destruierender Thyreoiditis
  • Knotentstruma

Erniedrigt/nicht nachweisbar bei:

  • Athyreose nach erfolgreicher Ablation ohne Tumorrest
  • Thyreotoxicosis factitia
  • Anaplastischem Schilddrüsenkarzinom (entdifferenziert)

Die klinische Relevanz ergibt sich primär aus der Dynamik (Trend) und dem Kontext (TSH-Status, Bildgebung, Risiko). Grenzwerte: <2 ng/ml sprechen für erfolgreiche Ablation. Referenzbereiche sind laborabhängig.

Grenzen

  • Thyreoglobulin-Antikörper können zu falsch niedrigen oder nicht interpretierbaren Werten führen
  • Heterophile Antikörper können interferieren
  • Biotin-Interferenz bei biotinbasierten Assays
  • Keine Interferenz durch Bilirubin <1129 μmol/l, Hämoglobin <600 mg/dl, Lipämie <2000 mg/dl
  • Knotenstrumen können zu erhöhten Werten führen – keine Eignung zur Primärdiagnostik
  • Hook-Effekt bei sehr hohen Konzentrationen möglich


Methode

CLIA

Einheit

ng/ml

Referenzbereiche

Geschlecht
Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden.
Allgemein
3,5 – 77
Weiblich
Männlich
analysen.mzla.de
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