Hep.D (Delta)IgG+IgM

Inhalt

Hep.D (Delta)IgG+IgM

Inhalt

Probennahme

Serum-Röhrchen

Indikation

  • Screening bei allen Patienten mit nachgewiesener Hepatitis-B-Virusinfektion (zumindest einmalig)
  • Verdacht auf Superinfektion bei HBV-Trägern mit Transaminasenanstieg
  • Patienten aus Risikogruppen (intravenöser Drogenabusus) oder Endemiegebieten (Süditalien, Rumänien, Türkei, Naher Osten)
  • Differenzierung zwischen Simultaninfektion und Superinfektion bei HBV-positiven Patienten
  • Abklärung bei Exazerbation einer chronischen Hepatitis B
  • Verdacht auf Doppelgipfel-Verlauf der Transaminasen
  • Verschlechterung der Symptomatik bei bekannter HBV-Infektion
  • Unterscheidung zwischen aktiver und ausgeheilter Hepatitis D (in Kombination mit HDV-RNA)


  • Material: Serum
  • Stabilität: Gefroren 30 Tage, gekühlt 5 Tage, Raumtemperatur 24 Stunden
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Ungeeignet: Hämolytische, lipämische oder kontaminierte Proben
  • Voraussetzung: Test nur bei nachgewiesener HBV-Infektion durchführen
  • Hinweis: Parallel HBV-Serologie bestimmen (HBsAg, Anti-HBc, HBV-DNA)


Interpretation

Allgemeines

Das Hepatitis-D-Virus ist ein unvollständiges einzelsträngiges RNA-Virus, das für seine Vermehrung zwingend auf das Hüllprotein (HBsAg) des Hepatitis-B-Virus angewiesen ist. Eine Infektion mit HDV ist daher nur bei gleichzeitiger oder bereits bestehender HBV-Infektion möglich.

Die Kombination beider Antikörperklassen IgG und IgM ermöglicht die Differenzierung zwischen akuten (IgM-dominiert) und chronischen oder bereits durchgemachten Infektionen (IgG-dominiert) sowie die Unterscheidung zwischen Simultaninfektion und Superinfektion bei HBV-Trägern. Während Anti-HDV-IgM als Hinweis auf eine akute Infektion gilt, treten IgG-Antikörper zeitverzögert auf und zeigen bei akuten Infektionen einen charakteristischen Titeranstieg um das Zwei- bis Vierfache.


Beurteilung

Typische Interpretationsmuster:

  • Anti-HDV-IgM positiv + IgG negativ/niedrig: Akute HDV-Infektion, oft einziger Marker im späten Akutstadium
  • Anti-HDV-IgG ansteigend (2-4fach): Akute Infektion in späteren Phasen
  • IgM/IgG positiv + Anti-HBc-IgM negativ bei HBsAg-Träger: HDV-Superinfektion
  • IgM/IgG positiv + Anti-HBc-IgM positiv: HDV-Koinfektion
  • IgG-Antikörper nach Ausheilung: Nur kurze Persistenz
  • Beide Antikörper negativ: HDV-Infektion nicht ausgeschlossen, weitere HDV-spezifische Tests erforderlich (PCR)
  • Positive Antikörper + HDV-RNA positiv: Aktive Infektion
  • Positive Antikörper + HDV-RNA negativ: Mögliche ausgeheilte Infektion


Grenzen

  • Gelegentlich unspezifische Reaktionen möglich
  • Negative Antikörper schließen HDV-Infektion nicht sicher aus
  • Antikörpernachweis ist indirekter Erregernachweis
  • Nachweis der immunologischen Reaktion, nicht des Erregers selbst
  • HDV-Antigen nur in frühen Infektionsphasen (1.-2. Woche) nachweisbar


Literatur

  • Cornberg M et al. S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virusinfektion. Z Gastroenterol 2021; 59: 691–776
  • European Association for the Study of the Liver. EASL Clinical Practice Guidelines on hepatitis delta virus. J Hepatol. 2023 Aug;79(2):433-460
  • Aktuelle DNSV-Leitlinie zur Hepatitis D-Therapie (2023)
  • Terrault NA, Lok ASF, McMahon BJ, et al. Update on prevention, diagnosis, and treatment of chronic hepatitis B: AASLD 2018 hepatitis B guidance. Hepatology. 2018 Apr; 67(4):1560-1599
  • WHO-Empfehlungen zur Hepatitis D-Therapie (WHO 2015)


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