Alpha-Fodrin-AK

Inhalt

Alpha-Fodrin-AK

Inhalt

Probennahme

Serum-Röhrchen

Indikation

  • Verdacht auf Sjögren-Syndrom bei Sicca-Symptomatik
  • Frühstadium-Diagnostik bei noch nicht voll ausgeprägten Symptomen
  • Ergänzende Diagnostik bei negativen SS-A/Ro- und SS-B/La-Antikörpern
  • ANA-negatives Sjögren-Syndrom
  • Differenzialdiagnostik zwischen primärem und sekundärem Sjögren-Syndrom


  • Material: Serum
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Stabilität: Serum bei 2-8°C für 7 Tage stabil
  • Störfaktoren: Hämolyse, Lipämie und Ikterus können Testinterpretation beeinträchtigen
  • Probenversand: Bei Raumtemperatur oder gekühlt möglich
  • Lagerung: Längere Lagerung bei -20°C


Interpretation

Allgemeines

Alpha-Fodrin-Antikörper (IgA und IgG) stellen serologische Marker für die Diagnostik des Sjögren-Syndroms dar. Trotz interessanter Daten gelten α-Fodrin-Antikörper nicht als diagnostischer Goldstandard, sondern SS-A- oder SS-B-Antikörpern.

Alpha-Fodrin ist ein Aktin-bindendes Zytoskelettprotein, das bei Apoptoseprozessen gespalten wird und als autoantigenes 120 kDa-Fragment vor allem in Speicheldrüsen von Sjögren-Patienten nachweisbar ist. Die kombinierte Bestimmung beider Immunglobulinklassen wird empfohlen, da IgA-Autoantikörper gegen α-Fodrin eine höhere Spezifität (99,7%) für das primäre Sjögren-Syndrom aufweisen, während die zusätzliche IgG-Bestimmung die Sensitivität um etwa 10% steigert.

Beurteilung

Typische Interpretationsmuster:

  • IgA positiv + IgG negativ: Hochspezifisch für primäres Sjögren-Syndrom (Spezifität 99,7%)
  • Beide Antikörper positiv: Erhöhte diagnostische Effizienz (IgA 87%, IgG 82%)
  • IgG positiv + IgA negativ: Mögliches Sjögren-Syndrom, aber geringere Spezifität
  • Beide negativ: Sjögren-Syndrom weniger wahrscheinlich, weitere Diagnostik erforderlich


Grenzen

  • IgG-Antikörper gegen α-Fodrin zeigen auch positive Befunde bei Lupus erythematodes
  • Cross-Reaktivität mit anderen Autoimmunerkrankungen möglich
  • nicht routinemäßig bestimmt, teils widersprüchlich bewertet
  • Interpretation bei IgA-Mangel-Patienten eingeschränkt
  • Keine standardisierten Cut-off-Werte zwischen verschiedenen Laboren
  • Falsch-positive Ergebnisse bei bakterieller Kontamination


Literatur

  • Witte T, Matthias T, Arnett FC, et al. IgA and IgG autoantibodies against alpha-fodrin as markers for Sjögren’s syndrome. J Rheumatol. 2000;27:2617-2620
  • Interdisziplinärer Konsens zur SjS-Abklärung: Neben ANA sollten sowohl Anti-SS-A/Ro-Antikörper als auch Antikörper gegen α‑Fodrin bestimmt werden. PMC 2023
  • Haneji N, et al. Identification of α-fodrin as a candidate autoantigen in primary Sjögren’s syndrome. Science. 1997;276:604-607
  • Limbach Gruppe: Labordiagnostik bei Verdacht auf Sjögren-Syndrom. Laborpfad 2020
  • Vitali C, Bombardieri S, Jonsson R, et al. Classification criteria for Sjögren’s syndrome. Ann Rheum Dis. 2002;61:554-558


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