Procalcitonin (PCT)

Inhalt

Procalcitonin (PCT)

Inhalt

Probennahme

Indikation

  • Diagnose und Antibiosesteuerung bei akuten Atemwegserkrankungen
  • Diagnose und Steuerung der Antibiotikatherapie bei Sepsis
  • Unterscheidung bakterieller Infektionen von alternativen Ursachen im Rahmen der klinischen Gesamtbeurteilung
  • Frühzeitiger Nachweis zum Ausschluss einer schweren Sepsis bzw. zur Sicherung der Diagnose (S-2k Leitlinien DSG/DIVI)
  • Differenzierung einer reinen SARS-CoV-2-Infektion von einer zusätzlichen bakteriellen Ko- oder Superinfektion
  • Führung der Einleitung und Dauer der Antibiotikatherapie bei bakterieller Pneumonie und anderen akuten respiratorischen Infektionen
  • Beendigung der Antibiotikatherapie bei PCT ≤ 0,25 μg/l
  • Differenzierung zwischen akuter Organabstoßung und bakteriellen Infektionen bei Transplantationspatienten


  • Material: Serum, Plasma (EDTA, Heparin) oder Vollblut
  • Nüchternheit: Nicht erforderlich
  • Stabilität: PCT ist temperatur- und lagerungsstabil in verschiedenen Probenmaterialien
  • Der Patient sollte bei der Blutentnahme ruhig liegen
  • Blutentnahmen aus Kathetern und Venenverweilkanülen sollten vermieden werden
  • Störfaktoren: Stark lipämische und hämolytische Proben verfälschen die Messergebnisse, stark erhöhter Rheumafaktor und erhöhtes Biotin führen zu Interferenzen


Interpretation

Allgemeines

Procalcitonin (PCT) ist das hormonell inaktive Propeptid des Calcitonins mit einem Molekulargewicht von 14,5 kDa und 116 Aminosäuren. Unter physiologischen Bedingungen wird PCT in den C-Zellen der Schilddrüse produziert und proteolytisch gespalten, sodass PCT bei Gesunden in der Regel nicht nachweisbar ist. Bakterielle Infektionen sind ein starker Stimulus für die Produktion von PCT in parenchymatösen Geweben, da hier keine weitere Prozessierung stattfinden kann und es zur systemischen Akkumulation kommt. PCT hat eine Halbwertszeit von 24 Stunden, ein maximaler Anstieg ist in den ersten 24-48 h einer Infektion zu erwarten. Gegenüber dem C-reaktiven Protein (CRP) weist das PCT eine günstigere Kinetik und höhere Spezifität auf.

Beurteilung

Erhöht:

  • Bakterielle Infektionen mit deutlicher Erhöhung der PCT-Werte
  • Schwere systemische Infektion (PCT > 2,0 µg/l mit 93% Spezifität)
  • Nicht-bakterielle Infektionen mit systemischer Zytokin-Freisetzung (Malaria, Candidämie)
  • Nach großen operativen Eingriffen oder schwerem Trauma (sollten in wiederholten Messungen zügig abfallen)
  • Pankreatitis, Schwangerschaft, hohe Volumenzufuhr, C-Zell-Karzinom der Schilddrüse, kleinzelliges Lungenkarzinom
  • Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (bis ≤ 0,25 µg/l auch ohne Infektionsgeschehen)
  • Einzelne Autoimmunerkrankungen

Erniedrigt/Normal:

  • Viruserkrankungen oder Malignome mit unauffälligen oder gering erhöhten Werten
  • Lokalisierte oder subakut verlaufende bakterielle Infektionen (Osteomyelitis, lokale Abszesse, Endokarditis lenta) werden nicht ausgeschlossen
  • Bei immunsupprimierten Patienten kann bei bakteriellen Infektionen ein PCT-Anstieg ausbleiben
  • Bei niedrigen PCT-Werten (< 0,25 µg/l) ist eine bakterielle Superinfektion praktisch ausgeschlossen


Grenzen

  • Falsch positive und negative Ergebnisse können auftreten, PCT sollte nicht das klinische Urteil ersetzen
  • Sensitivität 90% und Spezifität 91% für Differenzierung SIRS von Sepsis
  • Bei lokal begrenzten Infektionen hat Procalcitonin nur eine geringe Aussagekraft
  • Störungen durch extrem hohe Titer von Antikörpern gegen Analyt-spezifische Antikörper, Streptavidin sowie Ruthenium
  • Cut-off-Werte sind abhängig von der renalen und hepatischen Funktion
  • Bei Neugeborenen ist die Aussagekraft insbesondere in den ersten Lebenstagen eingeschränkt, ergänzend wird Interleukin-6 bestimmt


Methode

FIA

Einheit

µg/l

Referenzbereiche

Geschlecht
Referenzbereich / Entscheidungsgrenzen
Altersabhängige Referenzbereiche werden auf dem Befund ausgegeben und können im Labor erfragt werden.
Allgemein
< 0,50
Weiblich
Männlich
analysen.mzla.de
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